Regulation

Freiflächen-PV unter 3 MWp: Was das Dekret vom Juli 2026 ändert

Published

Mittelgroße Photovoltaikanlagen auf Freiflächen müssen keine systematische Umweltverträglichkeitsprüfung mehr durchlaufen. Die Projektentwicklung wird schneller und günstiger, und eine neue Klasse von Projekten mit PV + BESS, die nicht auf Ausschreibungen der CRE angewiesen sind, lässt sich leichter umsetzen.

Das Dekret Nr. 2026-674 vom 27. Juli 2026 (décret n° 2026-674 du 27 juillet 2026), veröffentlicht am 28. Juli, hebt die Schwelle, ab der Freiflächenanlagen einer systematischen Umweltverträglichkeitsprüfung (évaluation environnementale) unterliegen, von 1 MWp auf 3 MWp an.

Zwischen 300 kWp und 3 MWp durchlaufen Projekte stattdessen eine Vorprüfung im Einzelfall (examen au cas par cas): Die Behörde entscheidet innerhalb von 35 Tagen nach Eingang vollständiger Unterlagen, ob eine vollständige Prüfung erforderlich ist. Die neuen Schwellen gelten für Projekte, die ab dem 28. Juli 2026 eingereicht werden.

Was sich für Solarentwickler ändert
  • Schnellere Entwicklung. Ohne systematische Prüfung verkürzt sich der Zeitplan um Monate, und die Baureife rückt deutlich früher in Reichweite.
  • Geringere Vorlaufkosten. Vorstudien im Umfang von mehreren zehntausend Euro fallen nicht mehr an, bevor ein Standort bestätigt ist.
  • Schnellere Standortauswahl. Entwickler können einen Standort früh bestätigen oder verwerfen und eine größere Projektpipeline vorantreiben.
Neuer Spielraum für PV + BESS

Projekte dieser Größe liegen nahe am Format für Gewerbe und Industrie (C&I). Mit einem Speicher vor Ort lassen sie sich als Merchant-Anlagen oder mit lokalen Abnahmeverträgen strukturieren, statt von Ausschreibungen der CRE abzuhängen:

  • Höherer Projektwert durch Verlagerung der Einspeisung in Stunden mit hohen Preisen und weg von Stunden mit negativen Preisen.
  • Diversifizierte Erlöse aus Energiearbitrage und Flexibilitätsdienstleistungen für das Netz.
  • Lokale PPAs auf Basis eines verlässlicheren und besser planbaren Lieferprofils, als es Solarstrom allein bieten kann.
Wo über den Wert entschieden wird

Ohne Förderung über eine Ausschreibung hängt die Wirtschaftlichkeit davon ab, wie sich die Anlage im Markt behauptet. In dieser Größenordnung fallen die Fixkosten des Speichers, die Vermarktung über einen Aggregator und der Netzanschluss stärker ins Gewicht, und die Vorprüfung im Einzelfall kann an sensiblen Standorten weiterhin eine vollständige Prüfung verlangen.

Damit wird die Dimensionierung entscheidend. Die richtige Leistung und Speicherdauer der Batterie für eine Anlage mit 2 bis 3 MWp hängen von ihrem Erzeugungsprofil, ihrer Exposition gegenüber negativen Preisen und den Verträgen ab, die sie abschließen wird. ValuationPro prüft diese Konfigurationen anhand prognostizierter Preise und der spezifischen Einschränkungen des Standorts, sodass Entwickler sehen, welche davon tragfähig sind, bevor sie Kapital binden.

Das Dekret senkt die Kosten für den Start eines Projekts. Ob es sich lohnt, das Projekt zu Ende zu führen, entscheidet die richtige Konfiguration.

WRITTEN BY

Lucas Durupt

Regulation

Was die höhere HTA-Anschlussschwelle für PV + BESS bedeutet

Eine höhere Obergrenze für HTA vergrößert den Kreis hybrider Projekte, die ohne Anschluss an das Übertragungsnetz auskommen, und verändert die Dimensionierung des Netzanschlusses.

Read Full Insight →
Power Signals

Warum Day-Ahead-Preise von -500 €/MWh gefährlich sind

Erreicht die Auktion ihre technische Preisuntergrenze, verliert der Markt den Spielraum für die Preisbildung. Entscheidend ist, ob Flexibilität bereits vor dieser Grenze eingepreist war.

Read Full Insight →
STAY CONNECTED

Sagen Sie uns, welche Analysen Sie brauchen oder was Sie in unseren Benchmarks sehen möchten.

Termin vereinbaren

Oder schreiben Sie an contact@forsytenergy.com, wir melden uns bei Ihnen.