Regulation

Was die höhere HTA-Anschlussschwelle für PV + BESS bedeutet

Published

Frankreich plant, die Obergrenze für den Anschluss von Erzeugungsanlagen an das Mittelspannungsnetz (HTA) von Enedis von 17 auf 25 MVA anzuheben. Für Hybridprojekte zählt damit neben der Frage, wie viel Solarleistung auf den Standort passt, auch die Frage, wie viel Wert durch den Netzanschluss passt.

Nach den geltenden Regeln kann eine Erzeugungsanlage mit mehr als 17 MW nicht an das Mittelspannungsnetz (HTA) von Enedis angeschlossen werden. Zwischen 12 und 17 MW ist ein solcher Anschluss nur per Ausnahmegenehmigung möglich, wenn die Netzstudie zeigt, dass er über einen direkten Abgang vom Umspannwerk (poste source) erfolgen kann. Größere Anlagen müssen an das Übertragungsnetz (HTB) angeschlossen werden, mit längeren Vorlaufzeiten und höheren Kosten.

Die angekündigte Reform hebt diese Obergrenze auf 25 MVA an. Auf dem Papier ist das ein technischer Schwellenwert. Für Entwickler von Projekten mit PV + BESS ändert er, welche Projekte sich lohnen und wie man sie strukturiert.

Der Netzanschluss ist das knappe Gut

An einem hybriden Standort teilen sich Solaranlage und Speicher einen Netzverknüpfungspunkt. Die Anschlusskapazität begrenzt, wie viel der Standort zu jedem Zeitpunkt einspeisen kann, unabhängig davon, ob die Energie aus den Modulen oder aus der Batterie stammt.

Viele Projekte werden deshalb von der Obergrenze für HTA aus rückwärts geplant: Die Solaranlage wird so dimensioniert, dass sie unter dem Schwellenwert bleibt, und der Speicher muss in den verbleibenden Spielraum passen. Am Ende bestimmt die Grenze die Konfiguration stärker als der Standort oder der Markt.

Was eine höhere Schwelle ermöglicht
  • Größere Hybridstandorte können am Mittelspannungsnetz bleiben. Projekte, die an das Übertragungsnetz verwiesen oder verkleinert worden wären, um das zu vermeiden, können vollständig am öffentlichen Verteilnetz (réseau public de distribution) bleiben.
  • Mehr Raum für Speicherleistung. Die Batterie kann zusätzliche Anschlusskapazität nutzen, um zu Hochpreiszeiten zu entladen, statt dass diese Kapazität vollständig von der Solarproduktion zur Mittagszeit belegt wird.
  • Ein anderes Verhältnis von PV zu Netzanschluss. Wenn der Speicher Energie aus der Mittagsspitze verschieben kann, wird eine Überdimensionierung der Solaranlage gegenüber dem Netzanschluss zu einer bewussten Auslegungsentscheidung, die nicht mehr als Abregelungsverlust zu Buche schlägt.
Was sich nicht ändert

Eine höhere regulatorische Obergrenze schafft keine Netzkapazität. Viele Umspannwerke sind bereits ausgelastet, die Warteschlangen für Netzanschlüsse sind lang, und die Kosten des Anschlusses selbst belasten weiterhin den Business Case. Enedis entwickelt außerdem Anschlussangebote mit modulierbarer Leistung für Speicher: Der Speicher verzichtet auf einen jederzeit gesicherten Netzzugang und wird dafür schneller und günstiger angeschlossen. Der Wert jeder dieser Optionen hängt davon ab, wie die Batterie tatsächlich am Markt eingesetzt wird.

Die Auslegung am Netzanschluss ausrichten

Die entscheidende Frage ist der geschaffene Wert je MVA Anschlusskapazität. Solarleistung, Batterieleistung und Speicherdauer sollten gemeinsam auf die Anschlussgrenze hin dimensioniert werden, unter Berücksichtigung der Einspeisezeiten des Standorts, der Häufigkeit negativer Preise in den Stunden seiner Erzeugung und der Märkte, zu denen die Batterie Zugang hat.

Das ist ebenso eine Frage des Einsatzes (Dispatch) wie der Technik. In ValuationPro ist die Anschlussgrenze eine Nebenbedingung im Dispatchmodell, sodass sich Konfigurationen beiderseits der Schwelle auf derselben Grundlage vergleichen lassen: Erlöse, Abregelung und IRR.

Projekte, die auf die alte Grenze ausgelegt wurden, sollten nach Veröffentlichung der neuen Schwelle neu bewertet werden. Die beste Konfiguration ist möglicherweise nicht mehr diejenige, die die Regeln erzwungen haben.

WRITTEN BY

Lucas Durupt

Regulation

Freiflächen-PV unter 3 MWp: Was das Dekret vom Juli 2026 ändert

Die Vorprüfung im Einzelfall für mittelgroße Solaranlagen schafft Raum für agile Projekte mit PV + BESS, die nicht von Ausschreibungen der CRE abhängen.

Read Full Insight →
Market Insight

Co-Location von PV + BESS: vom Diskurs zu Daten

Ein datenbasierter Ansatz zur Dimensionierung eines Speichers für eine bestehende französische Solaranlage und die Abwägung zwischen Kapitalintensität und erzielbaren Erlösen.

Read Full Insight →
STAY CONNECTED

Sagen Sie uns, welche Analysen Sie brauchen oder was Sie in unseren Benchmarks sehen möchten.

Termin vereinbaren

Oder schreiben Sie an contact@forsytenergy.com, und wir melden uns bei Ihnen.